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Shimano XTR M9100 11/12-Fach-Schaltung im Test

von Karsten, zuletzt aktualisiert: 25.05.2020

Ketten-Antriebe mit hoher Bandbreite und minimalen Wartungsaufwand sind bereits seit einigen Jahren auf dem Vormarsch. Shimano hat im Frühjahr 2018 mit der Konkurrenz gleichgezogen, und mit der XTR-M9100, die erste 12-Fach-Schaltung auf den Markt gebracht. Darauffolgend, allerdings erst über ein Jahr später, wurde das Sortiment der Japaner durch die günstigere XT-Variante M8100 und SLX-Variante M7100 ergänzt. Bis zu 510 % Bandbreite soll die neuste Generation der Schaltung bringen - das sind ein Quäntchen mehr, als SRAM aktuell mit der Eagle bietet. Wenn du dich auch für die 2-Kolben-Race-Bremse interessierst, kannst du hier meinen Testbericht lesen.

Shimano XTR M9100 Schaltgruppe

11-Fach vs. 12-Fach

Da meine Kassette und Kette noch in einwandfreien Zustand waren, und nicht ersetzt werden mussten, habe ich zunächst die gesamte Gruppe als 11-Fach-Variante - mit der regulären M9000-Kassette und Kette benutzt. Am Schaltgriff hat Shimano durch den Mode-Converter, die Möglichkeit geschaffen, von 12-Fach auf 11-Fach zu begrenzen. Erst zu einem späteren Zeitpunkt habe ich den Micospline-Freilauf sowie die 12-Fach-Kassette montiert.

Langer oder mittellanger Käfig?

Das Schaltwerk ist wie üblich in 2 Varianten erhältlich. Der mittellange Käfig ist für Kassetten bis 45 Zähne freigegeben (RD-M9100-GS), die Variante mit langem Käfig (RD-M9100-SGS) kann mit der 10-51-Kassette gefahren werden, und wiegt überschaubare fünf Gramm mehr, als der kleiner Bruder. Für Umwerfer-Fans, hat Shimano außerdem das Schaltwerk RD-M9120-SGS in petto, das für 2-Fach geeignet ist.

729-image - Shimano XTR M9100: Schaltwerk GS

Gewichtsveränderungen im Vergleich zu der alten XTR M9000 11-Fach Version

 M9100M9000
Kurbel466 g (175 mm)476 g (175 mm)
Kettenblatt71 g (32T)78 g (32T)
Kassette362 g (10-45)331 g (11-42)
Kette242 g (116 Glieder)247 g (116 Glieder)
Schaltwerk240 g (Mittellang)221 g (Mittellang)
Schalthebel126 g119 g
 1507 g1472 g
986-image - Shimano XTR M9100 Schaltgruppe: Kassette

Bei der oben abgebildeten Kassette handelt es sich um die CS-M8100-12 mit der Abstufung 10-45, die nur halb so viel kostet, wie die kostspielige XTR-Variante.

Können die Komponenten der M9000 mit der M9100 kombiniert werden?

Offiziell können die Komponenten der M9000 nicht mit der M9100 kombiniert werden. Wie eingangs schon erwähnt, habe ich zunächst die reguläre XT-Kassette sowie XTR-Kette der 11-Fach-Version, zusammen mit dem Schaltwerk, Kurbel sowie Trigger weiter verwendetet. Ich konnte in Sachen Funktionalität keinerlei Nachteile feststellen - alles hat wie gewohnt funktioniert. Allerdings lassen sich die I-SPEC-Griffe der M9000 oder M8000 nicht mit neusten Generation verbinden.

Montage: Schaltwerk und Microspline-Freilauf

Bei meinem Laufrad von Mavic, musste ich lediglich den alten Shimano-Freilauf abziehen und den neuen Microspline-Freilauf aufschieben - unkompliziert und schnell erledigt. In jedem Fall sollte man darauf achten, das Staubkappen und Dichtungen evtl. ausgetauscht oder gar weggelassen werden müssen - also unbedingt die jeweiligen Laufrad-Herstellerangaben beachten. Mein Schaltauge musste außerdem einem kürzern weichen, da ich ansonsten den Abstand des Schaltwerks, nicht hätte einstellen können - die Ritzel der Kassette hätten am äußeren Schaltblech geschliffen.

915-image - Shimano XTR M9100 Schaltgruppe: Kurbel XC Seitenansicht

Enduro- und XC-Kurbel

Um effizient in die Pedale treten zu können, habe ich mich für die M9100-1-Kurbel mit einem Q-Faktor von 162 mm entschieden. Der Q-Faktor bestimmt die Standbreite, und kann bei einen zu großem und zu kleinem Wert - und je nach Körperbau, Schmerzen im Knie verursachen. Auf einigen Webseiten konnte ich von einer "Enduro- und XC-Variante" lesen, was mich zunächst etwas irritiert hat. Neben der Kettenlinie (bei Verwendung der 2-Fach-Kurbel), unterscheiden sich die beiden Varianten lediglich in der Standbreite. Die M9120-1-Kurbel (sog. Enduro Pendant der Japaner) kommt mit einem Q-Faktor von 168 mm daher. Meine alte Kurbel hat einen höheren Q-Faktor und ich musste daher meine SPD-Cleats am Schuh, um 1,5 mm, nach außen verschieben.

Die Schaltung richtig einstellen

Wie gewohnt müssen vorab die Endanschläge und die Zugspannung eingestellt werden - hier bleibt alles beim Alten. Für die Umschlingung, also der Abstand zwischen Leitrolle und dem größten Ritzel, gibt es nun auf dem Käfig eine Einstellhilfe. Bei unsauberen Schaltvorgängen, sollte unbedingt der Abstand überprüft werden. Denn hier kann viel Performance verloren gehen und man kommt in keinem Fall in den Genuss, fehlerfreier Schaltvorgänge. Die weiße Linie auf der Außenseite des Schaltarms, muss mit dem größten Ritzel (45 oder 51) fluchten.

947-image - Shimano XTR M9100 Schaltgruppe: Kette

In der Praxis

Die Shimano XTR M-9100 Schaltung ist nahezu für Kletterer gemacht und schreit förmlich danach, bewegt zu werden. Auf der Strecke offenbart sich die Schaltgruppe als gewohnt effizient, leise und zuverlässig.

Im Gegensatz zur altbewährten 11-Fach-Variante, sind die Schaltvorgänge wesentlich knackiger und geräuschärmer. Durch die Hyperglide-Plus-Technologie, wandert die Kette außerdem noch effizienter das Ritzelpaket rauf und runter - das merkt man deutlich. Die Kleinen aber feinen Details zeigen auf, das die Japaner gezielt die Komponenten optimiert haben, ohne das gesamte Bedienkonzept über Bord zu werfen.

984-image - Shimano XTR M9100 Schaltgruppe: Schaltgriff gummiert

Die Kontaktflächen der Schaltgriffe kommen jetzt mit einer Gummierung daher, die für zusätzlich Grip auf dem Trail sorgt. Zusammengefasst kann man durchaus sagen: Shimano hat in der mehrjährigen Entwicklungszeit definitiv seinen Job gemacht, denn alles funktioniert noch besser als zuvor. In jedem Fall lässt sich mit dem zusätzlichen Ritzel an langen Anstiegen Körner sparen - und allgemein bin ich mit der Kombination der Ritzel und der Gesamtkapazität sehr zufrieden.

bike-b brand Zusammenfassung

Fazit: Shimano XTR M9100 11/12-Fach-Schaltung

Shimano überzeugt wie gewohnt mit knackigen Schaltvorgängen und einer harmonischen Abstufung. Die Verarbeitung und Look-and-Feel der Komponenten ist erstklassig und lässt keine Wünsche offen. Durch die hohe Bandbreite von bis zu 510 % lässt sich jeder noch so steile Uphill problemlos bezwingen.

So habe ich getestet

Ich bin durch und durch Fahrrad-Enthusiast und lege viel Wert auf hohe Qualität und lange Haltbarkeit. Die Shimano XTR M9100 Schaltung habe ich von meinem eigenen Geld gekauft und in alltäglichen Situationen auf der Strecke, über 320 Kilometer, bei Wind und Wetter getestet. Ich lege viel Wert auf einen realitätsnahen Praxistest und mag keine vordefinierten Abläufe.

Die Schaltgruppe wurde im Wald und auf der Straße bei trockenen Bedingungen, leichten Regen sowie mäßig bis starken Wind benutzt. Die Temperatur betrug im Testzeitraum zwischen 14 und 25 Grad.

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author-ava Über Karsten

Interessiert sich für alles, was mit Mountainbike, Rennrad und Fahrrad im Allgemeinen zu tun hat. Ist am liebsten auf den Trails mit dem XC-Bike und guter Musik in den Ohren unterwegs. Hat keinen Führerschein und ist tagtäglich mit dem Rad auf der Straße zu sehen.

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