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Schwalbe Rocket Ron vs. Racing Ray - Was sind die Unterschiede?

von Karsten, zuletzt aktualisiert: 02.09.2020

Die richtige Reifenwahl ist eine Wissenschaft für sich. Das Terrain, die Witterungsbedingungen und der Fahrstil, spielen dabei eine essenzielle Rolle. Daher habe ich mir für diesen Testbericht ein ganz konkretes Ziel gesetzt: Licht ins Dunkle bringen und an konkreten Beispielen, Unterschiede zwischen zwei Reifen-Varianten aufzeigen. Da ich im Cross-Country Zuhause bin, habe ich mich natürlich für Race-Reifen der Marke Schwalbe entschieden.

Genauer gesagt habe ich mir den Rocket Ron und den Racing Ray genauer angeschaut. Letzterer ist noch relativ frisch und erst seit 2018 im Sortiment von Schwalbe zu finden. Beide Reifen sind für das Vorderrad gemacht und versprechen viel Grip und geringen Rollwiderstand.

992-image - Schwalbe Racing Ray: Test
993-image - Schwalbe Rocket Ron: Test

Addix-Gummimischungen

Seit über zwei Jahren stattet Schwalbe ihre Reifen mit Addix-Gummimischungen aus. Einfarbige Streifen zieren fortan die Lauffläche und markieren so das Terrain, in dem sich der Reifen Zuhause fühlt. Im XC-Bereich gibt es zwei verschiedene Compounds: Speed und Speedgrip. Grundsätzlich kann man relativ einfach zwischen den beiden Varianten unterscheiden.

Speed

Der perfekte Kompromiss für Fahrer, die einen XC-Reifen mit hoher Griffigkeit, bei möglichst geringen Rollwiderstand suchen. Durch die weichere Gummimischung, muss man allerdings beim Pannenschutz Abstriche machen.

Speedgrip

Etwas höherer Rollwiderstand, dafür das maximale an Grip, was Schwalbe derzeit im XC-Bereich zu bieten hat - eher für aggressivere Fahrer geeignet. Etwas schwerer als die Speed-Variante.

Die Reifen im Detail

994-image - Schwalbe Rocket Ron: Profil

Rocket Ron

Die Mittelstollen verlaufen Symmetrisch und die Zwischenräume sind deutlich größer, als beim Racing Ray. Auch die Schulterstollen des Rocket Ron sind massiver. Insgesamt würde ich sagen, bei Nässe und rutschigen Bedingungen, hat der Rocket Ron mit seinem Profil die Nase vorn.

996-image - Schwalbe Racing Ray: Profil

Racing Ray

Im Gegensatz zum Rocket Ron, sind die Mittelstollen versetzt angeordnet und ermöglichen so, eine aggressivere Fahrweise, mehr Präzision und eine bessere Kurvenstabilität. Den Racing Ray gab es bis vor Kurzem ausschließlich als Speedgrip Variante. Seit diesem Jahr ist der Reifen allerdings auch mit der Speed-Gummimischung erhältlich.

Karkassen

Die Karkassen, dass Innenleben des Reifens, sind entscheidend in Sachen Rollwiderstand, Pannenschutz und Gewicht. Ein großer Teil der Fahreigenschaften wird über die Flexibilität der Karkasse bestimmt. Je dünner und geschmeidiger, umso besser passt sich der Reifen dem Untergrund an.

Ich verwende ausschließlich Reifen mit SnakeSkin Gewebe. Die Seitenwände sind zusätzlich verstärkt, was den Pannenschutz noch einmal erhöht. Schwalbe hat in diesem Jahr die Karkassen ihrer Reifen grundlegend überarbeitet und verwendet mittlerweile mehrlagige Karkasseneinlagen. Das SnakeSkin Gewebe wird außerdem durchgängig am Reifen eingesetzt, statt nur an der Seitenwand.

997-image - Schwalbe Racing Ray und Racing Ralph

Auf dem Trail

Auf der abwechslungsreichen Teststrecke in Jena, gibt es viel verwurzelten Boden, rutschige Passagen sowie Bereiche mit großen kantigen Steinen.

Wie gewohnt bin ich am Vorderrad 1,35 Bar und am Hinterrad 1,5 Bar gefahren - ausschließlich tubeless. Die Montage verlief bei beiden Reifen problemlos und war schnell erledigt. In der Hand liegend, fühlt man deutlich den Unterschied beider Gummimischungen. Der Rocket Ron, mit dem Addix Speed Compound, ist wesentlich weicher und lässt sich einfacher verformen, wohingegen der Racing Ray, sehr fest und starr in seiner Position bleibt.

Dies spürt man deutlich auf dem Trail: Das Abrollverhalten des Rocket Ron ist außergewöhnlich gut. Der Racing Ray war mit seiner Speedgrip-Gummimischung in der Testphase deutlich langsamer.

Die Stärken des Racing Ray

Nach jahrelanger Verwendung des Rocket Ron, sind die Vorteile des Racing Ray deutlich auf dem Trail zu spüren. Vor allem in Kurven mit losem Untergrund, vermittelt der Reifen eine enorm gute Stabilität und ermöglicht außerdem, mehr Sicherheit und höhere Geschwindigkeiten. Durch die abgerundeten Schulterstollen und die Anordnung der Mittelstollen, bricht der Reifen seitlich weniger weg und liefert spürbar mehr Bremsleistung, als der Rocket Ron.

1000-image - Untergrund: Nadelwald
998-image - Untergrund lose und enge Kurven
999-image - Untergrund lose kleine Steine

Durch die massive Karkasse bietet der Racing Ray eine Nuance mehr in Sachen Pannenschutz. Dafür muss man beim Rollwiderstand Abstriche machen, zumindest bei der von mir getesteten Speedgrip Variante.

Die Stärken des Rocket Ron

Der Rocket Ron ist ein Alleskönner und perfekt geeignet für wechselnde Verhältnisse. Vor allem auf stark verwurzelten und steinigen Böden, spielt der Reifen seine Stärken aus. Im Gegensatz zum Racing Ray, ist der Rocket Ron spürbar verspielter, dafür aber nicht ganz so präzise im Lenkverhalten. Durch die weichere Addix Speed-Gummimischung, ist der Rollwiderstand gering und dämpft auf harten Untergrund etwas mehr.

1001-image - Untergrund: Verwurzelter Boden
1002-image - Untergrund: Kleine und große Steine
1003-image - Untergrund: Große kantige Steine

Das bissige Profil und die großzügig gestalteten Zwischenräume, bieten bei Nässe viel Grip und eine gute Selbstreinigung.

bike-b brand Zusammenfassung

Fazit: Schwalbe Rocket Ron vs. Racing Ray

Ein Testsieger lässt sich natürlich nicht küren, viel zu groß sind die Unterschiede zwischen beiden Reifen. Je nach Terrain, Bodenbeschaffenheit und Fahrer, offenbaren sowohl der Rocket Ron als auch der Racing Ray, früher oder später, seine Stärken und überzeugen in jedem Fall, mit einer ausgezeichneten Performance.

So habe ich getestet

Ich bin durch und durch Fahrrad-Enthusiast und lege viel Wert auf hohe Qualität und lange Haltbarkeit. Die Reifen von Schwalbe habe ich von meinem eigenen Geld gekauft und in alltäglichen Situationen, auf der Strecke über 50 Kilometer, bei Wind und Wetter getestet. Beide Reifen liefen auf einer Mavic Crossmax Elite 29-Zoll-Felge. Ich lege viel Wert auf einen realitätsnahen Praxistest und mag keine vordefinierten Abläufe.

Teststrecke auf komoot

Die Reifen wurden im Wald und auf der Straße bei trockenen Bedingungen, leichten Regen sowie mäßig bis starken Wind benutzt. Die Temperatur betrug im Testzeitraum zwischen 18 und 25 Grad.

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author-ava Über Karsten

Interessiert sich für alles, was mit Mountainbike, Rennrad und Fahrrad im Allgemeinen zu tun hat. Ist am liebsten auf den Trails mit dem XC-Bike und guter Musik in den Ohren unterwegs. Hat keinen Führerschein und ist tagtäglich mit dem Rad auf der Straße zu sehen.

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