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Ausrüstung // Bekleidung

Pearl Izumi Gravel X Carbon-Radschuh im Test

Veröffentlicht am: 02. Juli 2021

Der Gravel X wurde 2021 vorgestellt und ist der Neuzugang im Schuh-Segment der Amerikaner. Das für SPD-Pedale entwickelte Modell ist speziell für ruppige Bedingungen gemacht und kommt mit einem leichten Material-Mix sowie BOA-Verschluss daher. Warum der Gravel X viel mehr ist als einer von vielen, erfährst du in meinem Testbericht.

Das Konzept, dass den Gravel X von vielen anderen Schuhen unterscheidet

Pearl Izumi vereint mit dem Gravel X zwei Welten, die nicht unterschiedlicher sein können. In der einen herrscht auf dem Asphalt der Wunsch nach einer konstant hohen Tretfrequenz, in der anderen besteht das Verlangen, möglichst sicher über die Single-Trails zu surfen. Dabei haben Radsportler beider Disziplinen eines gemeinsam: Die Rede ist von dem Wunsch nach einer optimalen Kraftübertragung, die möglichst verlustfrei durch eine steife Sohlenkonstruktion gewährleistet sein sollte. Diese Anforderung erfüllt der Pearl Izumi Gravel X mit Bravour: Die supersteife Carbon-Sohle wandelt jeden Tritt in die Pedale in Vortrieb um, so wie man es sonst nur von Rennrad-Schuhen gewohnt ist.

Im Gegensatz zur Straße hat der Wald allerdings auf seinen endlosen Wegen einige Hindernisse parat. So müssen sich Fahrradschuhe gegen Gestrüpp, Steine, Äste und vieles mehr wehren können. Umso wichtiger ist es, dass die Gesamtkonstruktion des Schuhs robust und strapazierfähig ist, ohne dabei den Fuß und seinen natürlichen Bewegungsdrang zu sehr einzuschränken. Schließlich will man ja über mehrere Stunden hinweg komfortabel im Sattel sitzen und ordentlich in die Pedale treten können. Da beißt sich die Katze in den Schwanz.

Pearl Izumi entgegnet dieser Problematik mit einem Material-Mix aus 3D-Strick und Polyurethan-Kunststoffen. Erstere ist superleicht, bietet optimale Belüftungseigenschaften und hat eine hohe Formstabilität. Die Kunststoff-Segmente finden von den Zehen bis zur Ferse Verwendung und bieten dadurch einen Rundum-Schutz für den Fuß. Weil die Ferse bekanntlich öfters gegen Kettenstreben oder Kurbelarme stoßen können, wurden hier zusätzlich ein paar Materialschichten ergänzt, was für mehr Langlebigkeit sorgen soll.

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Auf den ersten Blick sind die Schuhe eher für schmalere Stützpfosten gemacht, allerdings passen mir diese trotz meiner eher breiteren und flacheren Füße sehr gut. Die Passform lässt sich stufenweise mittels BOA-Fit-System justieren. Um sich schnell aus dem Schuh befreien zu können, genügt ein kurzes ziehen am Verschluss. Alles in allem funktionierte das BOA-System auch nach einigen Monaten und unzähligen Ausfahrten bei Regen mitsamt unzähligen Schlammschlachten sehr zuverlässig. Einen zweiten Dreh-Verschluss, mit dem man ausschließlich den vorderen Bereich des Schuhs anpassen könnte, habe ich zu keinem Zeitpunkt vermisst. Das leichte Obermaterial offenbart vor allem bei schweißtreibenden Temperaturen seine Stärken. Im Gegensatz zu anderen MTB-Schuhen, die in der Regel aus Mikrofaser gemacht sind, bieten die Gravel X durch das Strickmaterial eine spürbar bessere Atmungsaktivität. Auch das Gewicht kann sich sehen lassen: 384 g pro Schuh (inkl. Shimano SPD-Cleats).

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In der Praxis gibt es einige Pluspunkte, die der Gravel X während der Testphase sammeln konnte. Beginnen wir beim wichtigsten Kaufargument in Sachen Gravel-Schuhe: der Komfort. Der Schuh schmiegt sich ringsherum eng an den Fuß an, ohne nach vielen Kilometern im Sattel unangenehm zu werden oder Ermüdungserscheinungen hervorzurufen. Positiv überrascht war ich auch von Schuhsohle im Inneren. Üblicherweise sind diese nicht von hoher Qualität, passen selten zum eigenen Fuß und wandern daher nach dem Anprobieren direkt in den Schrank und werden gegen Sohlen ausgetauscht, die ergonomisch auf den Fuß abgestimmt sind. In diesem Fall war das allerdings nicht so. Dies machte sich auch in der Praxis bemerkbar, wenn es darum geht, die Laktat-Werte in die Höhe zu treiben. Einmal in die Pedale getreten, vermittelt der Schuh eine exzellente Kraftübertragung.

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Achtung Rutschgefahr: Für Schlammschlachten ist die Sohle nicht geeignet.
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Nach kurzer Zeit zieren viele kleine Kratzer die ansonsten formschöne Carbon-Sohle.

Seine Schwächen offenbart der Gravel X bei Nässe und schlammigen Verhältnissen. Ein Blick auf die Sohle verrät, dass der Schuh hier weit entfernt von Grip und Profilstärke ist. Hier hätte ich mir zu Fuß etwas mehr Sicherheit gewünscht, denn ein feuchter Waldboden, Matsch und Regen sind nicht die Paradedisziplin des Gravel X. Ein weiterer kleiner Wermutstropfen trübt den ansonsten guten Eindruck der Schuhe: Die Sohle verzeichnet nach einigen Wochen viele tiefe Kratzer auf der Carbon-Sohle. Eine kleine Unschönheit, die allerdings keine funktionale Einschränkung bedeutet.

Fazit: Pearl Izumi Gravel X Carbon-Radschuh

Selten hat mir ein Schuh auf Anhieb so gut gepasst. Der Gravel X bietet einen guten Material-Mix und eine exzellente Kraftübertragung, die man sonst nur von Rennrad-Schuhen kennt. Ein Geheimtipp auch für XC-Athleten, die sich und ihrem Fuß eine Spur Leichtigkeit gönnen wollen.

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author-avaÜber Karsten

Ich bin süchtig nach Bikes, Pedalumdrehungen und sportlichen Herausforderungen. Wenn ich nicht hier auf dieser Website blogge, verbringe ich so viel Zeit wie nur möglich im Sattel. Ich fühle mich in den Bergen wohl und erklimme auf dem Rennrad, Gravel- oder Mountainbike steile Anstiege.

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