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Evoc Commuter 18l im Test

von Karsten, zuletzt aktualisiert: 24.01.2021

Was mich an typischen Pendlerrucksäcken am meisten nervt, ist die umständliche Handhabung. Dabei rede ich von den Roll-Verschluss-Rucksäcken im klassischen Kuriertaschenstil. Ja, cool sehen die Dinger irgendwie immer aus, aber warum bekomme ich das Gefühl nicht los, einen großen Kartoffelsack auf dem Rücken umherzutragen? Ganz nach dem Motto: Alles reinwerfen, gesucht wird später. Ohne eine vernünftige Fachaufteilung ist Chaos vorprogrammiert und für einen Organisationsfetischisten, wie ich es bin, ist das ein absoluter Albtraum. Wenn ich mit dem Rad in der Stadt unterwegs bin, steige ich häufig ab, möchte schnell mein Fahrradschloss aus dem Rucksack holen oder den Einkauf verstauen. Daher lege ich viel Wert auf eine rasche Zugänglichkeit – ohne viel Gefummel – und vielfältige Verstaumöglichkeiten. Evoc hat sich mit dem Commuter über alle Konventionen hinweggesetzt und ein echtes Organisationstalent geschaffen, im Stil einer Kuriertasche.

1233-image - Evoc COMMUTER: Ansicht

Einer der größten Vorteile des Evoc Commuters, ist das stabile, aus Polyamid sowie Tarpaulin bestehende Material, dass extrem belastbar, schmutzabweisend und noch dazu wetterfest ist. Ein nerviger Regenüberzug, den man mal schnell irgendwo vergisst oder verliert, wird nicht gebraucht. Das macht sich insbesondere dann positiv bemerkbar, wenn man ein Allwetter-Radfahrer ist und beispielsweise tagtäglich zur Arbeit pendelt. Ob der Rucksack tatsächlich dichthält, konnte ich durch einen kleinen Test herausfinden. 5 Minuten Dauerbeschuss mittels Kärcher musste der Commuter über sich ergehen lassen. Das Ergebnis: Im Inneren hat sich eine geringe Menge Wasser gesammelt. Allerdings sei gesagt, dass dies unter realen Bedingungen wahrscheinlich nicht passiert wäre. Die Entfernung des Strahls zum Rucksack und die Menge des Wassers entsprechen einer unnatürlichen Niederschlagsmenge. In der Praxis bei normalem Starkregen ist im Inneren alles trocken geblieben. Als wasserdicht würde ich den Rucksack dennoch nicht bezeichnen.

1245-image - Evoc COMMUTER: Ansicht seitlich

Kommen wir nun zu dem wichtigsten Aspekt überhaupt: der Fachaufteilung. Da ja bekanntlich die kleinen Dinge große Vorteile schaffen, beginne ich mit den 5 kleinen Verstaumöglichkeiten im inneren des Rucksacks. Multitool, Stifte, Handy uvm. müssen ja schließlich sicher verstaut werden und in allen Lebenslagen griffbereit sein. Das größere Fach eignet sich perfekt für den digitalen Begleiter, da es im Falle des Falles einigermaßen wasserdicht ist. Diejenigen, deren Thermoskanne öfters mal in der Tasche ausläuft, wissen, was ich meine. Für die Brillenträger unter uns steht ein größeres Fach zur Verfügung, deren Zugang über den außen liegenden Reißverschluss möglich ist. Ein Notebook/ MacBook bis 17 Zoll und ein iPad – oder ein vergleichbares elektronisches Gerät – lässt sich problemlos in den dafür vorgesehenen gepolsterten Fach verstauen.

1234-image - Evoc COMMUTER: Ansicht komplett
1235-image - Evoc COMMUTER: Brillenfach
1240-image - Evoc COMMUTER: Notebook und Tablet Fach
1239-image - Evoc COMMUTER: Fächer im Inneren

Wer den Evoc Commuter zum einkaufen benutzen möchte, wird sich wundern, wie viel in dem Rucksack untergebracht werden kann. Beispiel gefällig?

1244-image - Evoc COMMUTER: Füllmenge
Milchbubis können ohne Probleme bis zu 8 Liter Milch transportieren ...

Durch die breite Auflagefläche sitzt der Commuter sicher und komfortabel am Rücken. Leider fehlt ein Brustgurt, der den Rucksack bei mäßiger Beladung zusätzlich sichern könnte. Da reden wir aber schon von der Kirsche auf der Sahnetorte, denn grundsätzlich bin ich mit dem Tragekomfort sehr zufrieden. Der Commuter lässt sich über viele Kilometer hinweg außergewöhnlich komfortabel fahren, selbst wenn er mit einem Laptop oder reichhaltigen Einkauf voll beladen ist.

1241-image - Evoc COMMUTER: Schultergurt
1242-image - Evoc COMMUTER: Tragegriff
Der Griff war manchmal ganz nützlich, gebraucht habe ich ihn aber selten.
1243-image - Evoc COMMUTER: Polsterung Rücken
Durch die großzügig gestalteten Polster liegt der Rucksack angenehm am Rücken. Bei sehr heißen Temperaturen wird es allerdings schweißtreibend.

Die dicken Polster am Rücken enthalten Aussparungen und sind durchgängig mit einem Netzstoff versehen, um bei hohen Temperaturen einen Wärmestau zu vermeiden. In der Praxis funktioniert das wie bei fast allen Rucksäcken, nur mäßig. Wer den Commuter ohne Fahrrad von A nach B transportieren möchte, kann auf den stabilen Griff, der sich ideal zum Tragen eignet, zurückgreifen. In der Waschmaschine lässt sich der Rucksack nicht reinigen. Allerdings erstrahlt mit warmen Wasser und etwas Spülmittel der gesamte Innenraum – und natürlich die äußere Materialoberfläche – blitzschnell im neuen Glanz.

bike-b brand Zusammenfassung

Fazit: Evoc COMMUTER 18l

Evoc hat mit dem Commuter ein echtes Organisationstalent geschaffen. Der Rucksack liegt komfortabel am Rücken, ein Brustgurt hätte allerdings für ein bisschen mehr Sicherheit gesorgt. Wer nach einem treuen Begleiter für den täglichen Weg zur Arbeit, zum Einkaufen oder Reisen sucht, wird mit dem Rucksack auf seine Kosten kommen.

So habe ich getestet

Ich bin durch und durch Fahrrad-Enthusiast und lege viel Wert auf hohe Qualität und lange Haltbarkeit. Den Rucksack habe ich von meinem eigenen Geld gekauft und in alltäglichen Situationen über 6 Monate bei Wind und Wetter getestet. Ich lege viel Wert auf einen realitätsnahen Praxistest und mag keine vordefinierten Abläufe. Der Rucksack wurden im Alltag beim Radfahren, Einkaufen, Wandern und pendeln mit der Bahn - bei trockenen Bedingungen, starken Regen und Schnee benutzt.

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Über Karsten

Ich bin Karsten. Fahrrad-Enthusiast, liebe naturbelassene Trails und endlose Straßen. Ich schreibe hier auf dieser Website Testberichte und Meinungen rund um das Thema Fahrrad, Equipment und Bikeparts. Als multidisziplinärer Radfahrer nehme ich auch mal an Straßen- und Mountainbike-Rennen teil.

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